Die gute Nachricht zuerst: Ich musste mein Rad nicht schieben! Sonst kann man die Etappe im Großen und Ganzen als ziemlich langweilig bezeichnen.
Nach dem Start ging relativ bald eine Ausreißergruppe und wir hatten mit Albert Timmer einen Fahrer dabei. Als im Feld Ruhe eingekehrt war und wir auf der dreispurigen Autobahn dahinrollten, quietschte und knallte es plötzlich. Auf der entgegenkommenden Spur war ein Autofahrer scheinbar so begeistert von uns, dass er die Kontrolle über sein Auto verlor und mit quietschenden Reifen in die Leitplanke knallte. Das Auto sah schrottreif aus, aber ich denke und hoffe, der Fahrer ist mit dem Schrecken davongekommen. Es passiert hier übrigens nicht gerade selten, dass auf zwei- oder dreispurigen Straßen im Gegenverkehr Schritttempo und ganz links gefahren wird, um ein Bild von uns zu machen.
Naja, nachdem der Unfall ausreichend diskutiert war, hat Katusha dann irgendwann mit der Verfolgung begonnen und ich habe mich mit den anderen Jungs im Feld versteckt. Von den 160km, sind wir gute 145 auf Autobahnen unterwegs gewesen. Den ganzen Tag hatten wir den Wind von vorn und dazu ging es die ganze Strecke leicht berghoch, deshalb auch der 33er-Schnitt. Einerseits war es heute zeitweise echt langweilig, andererseits war das gut so, weil wir so relativ entspannt bis zum Berg gefahren sind. Immerhin schien die Sonne wieder den ganzen Tag und es waren über 30 Grad. Blöderweise hab ich mir trotz Sonnencreme die Arme, das Gesicht und die Lippen verbrannt.
Als wir dann 10km vor dem Berg waren, war die Gruppe wieder eingeholt und wir haben versucht, unsere zwei Bergfahrer, Thomas Bonnin und Tobias Ludvigsson, aus dem Wind zu halten und in einer guten Position in den Berg zu bringen. Wir sind richtig in den Berg reingeknallt und das Peloton ist sofort in kleine Gruppen zersprungen. Ich hatte dann ja genügend Zeit bis hoch und konnte mir eine gute Gruppe suchen. Ich muss sagen, dass der Berg schon sehr schwer war, aber ich hatte ihn mir, nachdem was ich alles gehört hatte, noch schlimmer vorgestellt. Naja, lieber so als andersrum!
Oben angekommen, ging es dann auch gleich wieder runter, ab ins Auto und 2,5h später rauf auf die Massagebank. Jetzt ist Erholung für morgen angesagt, da steht die letzte Etappe an und die ist nochmal schnell und flach. Ich bin top motiviert und werde mit den Jungs versuchen, eine gute Position für den Sprint zu erwischen! Wünscht mir Glück!
Euer Marcel














